Nachdem ich mich an einem Gedicht versucht, meine PSM I Prüfung gemacht und mir so eine kurze Pause vom Roman genommen habe, beginnt nun die Runde 1 des Editierprozesses. Warum Runde 1? Ich habe mich für mehrere Runden entschieden, weil „das Tagebuch der Maskenbildnerin“ bisher mit Abstand mein längstes Werk ist (ca. 600.000 Wörter) und ich gerne strukturiert an die Überarbeitung herangehen möchte.
Die 1. Überarbeitung sieht folgendermaßen aus:
- Fehlende Stellen schreiben
- Schlechte Passagen umschreiben
- Glossareinträge
- Charaktersheet vervollständigen
- Ortsbeschreibungen festhalten
- Inhaltliche Fehler/Widersprüche beheben
- Überlange Kapitel splitten
Ja, es gibt noch fehlende Stellen in meinem Roman. Das kommt zum einen daher, dass sich noch ein paar Ideen eingeschlichen haben, mit denen ich die Entwicklung der Hauptcharaktere mehr unterstreichen möchte und zum anderen habe ich beim Durchlesen die ein oder andere Stelle gefunden, in der ich ziemlich viel Tell verwendet habe.
Bestimmt ist den meisten Autoren hier die Faustregel „Show, don’t tell“ schon allzu oft über den Weg gelaufen. Als ich die besagten Stellen damals geschrieben habe (vor über zehn Jahren), wusste ich allerdings nichts davon, sodass ich mehrere Tage der Protagonisten in Tell-Form erzählt habe. Heute kann ich nur noch Vermutungen anstellen, warum ich das zu der Zeit so gemacht habe. Vielleicht fand ich den Teil der Geschichte selbst langweilig und wollte ihn schnell hinter mich bringen. Wer weiß?
Fest steht allerdings, dass ich diese Passagen nun noch einmal schreiben werde, doch dieses Mal werde ich auch zeigen, was passiert, und das Geschehen viel spannender gestalten. Wenn der Roman dann fertig ist, soll niemand mehr erkennen können, wo einst der Tell-Teil war.
Noch eine Anmerkung zu den Einträgen: Ich habe einige externe Dokumente angelegt, die mir bei diesem riesigen Werk helfen, alles einheitlich zu beschreiben. Jede Inkonsistenz sollte vermieden werden, damit der Leser später nicht aus der Erzählung herausgerissen wird. Eine sich im Laufe der Geschichte verändernde Augenfarbe? Unschön. Ein Ort, den die Protagonisten bereits besucht haben, sieht auf unerklärliche Weise ganz anders aus? Sollte nicht passieren. Nebencharaktere tauchen plötzlich aus dem Nichts auf oder verschwinden spurlos? Wirft viele Fragen auf. Logiklücken oder Widersprüche? Inakzeptabel!
Und das ist nur ein Teil der Dinge, die ich im Laufe des Überarbeitungsprozesses angehen werde (wie gesagt, das ist erst Runde 1). Ihr seht, es gibt noch viel zu tun. Ich bin schon gespannt, ob das alles so funktioniert, wie ich es mir vorstelle. Schließlich neige ich dazu, mich doch recht schnell in der Geschichte oder in meinem Qualitätsanspruch zu verlieren.