Das ist der Titel meiner ersten Kurzgeschichte! Abgesehen von dem einen Gedicht, habe ich mich bisher ausschließlich mit dem Schreiben von Romanen beschäftigt. Also eine völlig neue Erfahrung.

Die Herausforderung von Kurzgeschichten ist unter anderem, dass sie – wie der Name schon sagt – kürzer sind. Das klingt jetzt vielleicht banal, ist es aber nicht. Als Autor bleibt dir deutlich weniger Zeit, um zur Sache zu kommen. Der Konflikt, die Charaktere, das Umfeld: Alles muss schneller eingeführt werden, ohne dass die eigentliche Geschichte an sich zu kurz kommt oder das Geschehen zu gehetzt wirkt.

Außerdem wollte ich gerne einmal den auktorialen Erzähler auszuprobieren, denn bisher habe ich immer nur im personalen Erzähler geschrieben. Daher habe ich mich vorher im Internet viel zu dem Thema informiert, was gar nicht so einfach war, da diese Erzählform in der heutigen Literatur eher selten verwendet wird. Oft wird nur erklärt, was der auktoriale Erzähler ist (einige nennen ihn auch „allwissender Erzähler“), aber nicht wie man ihn gut einsetzt. Manche raten sogar davon ab, ihn zu verwenden, und bezeichnen ihn als altbacken.

Für mich steht fest: Ohne die auktoriale Erzählform hätte diese Geschichte nicht so funktioniert, wie ich sie vorgesehen habe. Ich befasse mich dort mit dem Thema, welchen Einfluss es auf eine Beziehung haben kann, wenn ein Mann seine Frau nach der Geburt nicht mehr attraktiv findet und wie wichtig es ist, schambehaftete Themen anzusprechen. Damit der Konflikt nicht zu einseitig wird, ist es hilfereich, alle Seiten zu beleuchten, wozu sich der auktoriale Erzähler sehr gut eignet.

Es war auf jeden Fall eine spannende Erfahrung für mich. Ich kann es daher nur jedem empfehlen: Probiert euch aus! Kurzgeschichten bieten hierzu eine gute Möglichkeit. Oder wie meine Mutter es schon in Bezug auf andere Situationen gesagt hat: „Sieh es als Spielwiese.“